Das Deutsche wird als V2-Sprache mit SOV-Basisstruktur klassifiziert. Das bedeutet, dass das kanonische Satzbauschema des Deutschen drei auseinander ableitbare Satztypen zulässt. Die vorliegende Arbeit behandelt eine nicht-kanonische Wortstellung, die sog. Verbdrittstellung oder mehrfache Topikalisierung. Mit Fokus auf Funktionalität und Lizenzierung dieser Struktur wird anhand von natürlichsprachlichen Daten ein Wettbewerbsmodell entwickelt, das die einschlägigen grammatischen Faktoren erfasst und gewichtet. Das Modell ermöglicht die Berechnung von Akzeptabilitäten verschiedener Abfolgen und den konkreten Vergleich der kanonischen V2- und nicht-kanonischen V3-Strukturen. Die V2-Stellung des Deutschen nimmt als verletzbarer Constraint zusammen mit anderen informationsstrukturellen Beschränkungen am Wettbewerb teil. Damit eröffnet das Modell die Möglichkeit, die Verbdrittstellung als systemkonformen Satztypen des Deutschen zu behandeln.

Julia Winkler
Verbdrittstellung im Deutschen. Eine wettbewerbstheoretische Analyse
ISBN 978-3-86573-811-0
179 S. 28,00 EUR. 2014 (Diss.)

Inhaltsverzeichnis (PDF)





Bestellen